Zwischen Mythos und Realität - Lebenswelten kurdischer Frauen im Nahen Osten

25. April, 19.00 bis 21.00 Uhr
Veranstaltungsort:
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8 10117 Berlin
Mitte
Art der Veranstaltung:
Diskussion
Thema:
Internationales, Soziales
Kontakt: Niko Pewesin Telefon:
Eintritt frei
Mit dem Vormarsch des sogenannten „Islamischen Staates“ („IS“) in Irak und Syrien sind kurdische Akteure in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit gerückt. Kämpfer/innen der syrisch-kurdischen YPG und irakisch-kurdische Peshmerga-Einheiten erhalten im Kampf gegen den „IS“ internationale militärische Unterstützung. Die kurdische Regionalregierung im Irak ist zur wichtigen Verbündeten und Verhandlungspartnerin westlicher und regionaler Mächte geworden. Besondere mediale Aufmerksamkeit finden die bewaffneten Kämpferinnen von YPG und PKK. Bisweilen erreicht die Bewunderung für sie mystifizierende Züge und verstellt den Blick auf die sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten und Kämpfe kurdischer Frauen in Syrien, dem Irak und der Türkei. Während in der kurdisch selbstverwalteten Region „Rojava“ in Syrien Frauen auf allen militärischen und politischen Ebenen zentrale Rollen einnehmen, sind nach wie vor Hunderttausende kurdischer und arabischer Frauen in Syrien tagtäglich Terror und Vertreibung ausgesetzt oder befinden sich auf der Flucht. In der Türkei erleben kurdische Frauen seit dem Scheitern der Verhandlungen zwischen der PKK und der türkischen Regierung ein Rollback von erkämpften Rechten, sie erleben erneut Unterdrückung, Repression und Terror. Ebenso versuchen Frauen in Kurdistan-Irak die enger werdenden Spielräume für zivilgesellschaftliches Engagement und die nach dem Sturz des Baath-Regimes erkämpften Reformen zum Schutz und zur Partizipation von Frauen zu verteidigen. Expert/innen und Akteur/innen aus der Region ermöglichen auf dieser Veranstaltung einen Blick auf die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten kurdischer Frauen in der Türkei, Syrien und im Irak und stellen Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Perspektiven dar. Sie diskutieren, durch welche Allianzen zwischen demokratischen Kräften vor Ort und Akteuren in Deutschland und Europa die plurale Zivilgesellschaft und besonders Frauenrechtsaktivist/innen in der Region gestärkt werden können.
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